Bendix vom Drei-Städte-Eck
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Albtraum! Degenerative Myelopathie

 

 

Die degenerative Myelopthie, kurz DM, ist eine erbliche Nervenerkrankung, die beim Hovawart ab dem Alter von 6 Jahren auftreten kann ... ein Todesurteil.

 

Erste Anzeichen der DM sind Störungen im Bewegungsablauf der Hinterhand wie Straucheln, Stolpern, Zehen-Schleifen.

 

 

Die Hunde sind während des ganzen Krankheitsverlaufs schmerzfrei, haben darüber hinaus Sensibilitätsstörungen und merken deshalb auch nicht, wenn sie sich die Pfoten-Oberseite aufschürfen. Mental sind Hunde mit DM auffallend fit. 

 

Die Erkrankung verläuft progressiv und führt schlussendlich zu einer vollständigen Lähmung der Hintergliedmaßen.

 

DM ist eine autosomal rezessiv vererbte Nervenerkrankung, gegen die es bisher keine Therapie gibt.

 

Einen Hund zu verlieren, ist immer schlimm, aber einen Hund zu verlieren, der im Kopf und auch sonst organisch noch topfit ist, dessen Beine aber nicht mehr funktionieren, ist besonders schwer, schlichtweg ein Albtraum.

 

Tatsache ist, dass beim Hovawart in allen Nachzuchtländern leider seit Jahren viele Hovawarte wegen einer 'Hinterhands-Lähmung' oder 'Hinterhand-Schwäche' eingeschläfert werden. Ob diese zwei Begriffe jeweils die Krankheit 'Degenerative Myelopathie' beschreiben, kann nicht gesagt werden, denn eine gezielte Diagnostik zu Lebzeiten wurde bisher nicht durchgeführt. Bisher werden durch Myelographie, Computer- und Magnet-Resonanz-Tomographie andere Krankheiten, die zu ähnlichen Lähmungserscheinungen führen können, ausgeschlossen.

 

Wenn keine andere Erkrankung gefunden wird, besteht die Verdachts-Diagnose 'DM'.

 

Als ein Hochrisikofaktor gilt die Mutation des SOD1-Gens beim Hovawart.!!!

 

weiterführende Online-Literatur....

 

zB wikipedia

Laboklin

 

 

Was bedeutet  'Autosomal rezessiver Erbgang'?

 

Für jedes Merkmal liegen im Genom zwei Kopien vor. Je eine Kopie erhält das Tier von seinem Vater und eine von seiner Mutter. Wird ein Merkmal autosomal-rezessiv vererbt bedeutet dies, dass ein Tier nur erkrankt, wenn es je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Es müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das mutierte Gen tragen, selbst aber nicht unbedingt erkrankt sein.


Es existieren drei Genotypen:

1. Genotyp N/N (homozygot gesund): Dieses Tier trägt die Mutation nicht und hat ein extrem geringes Risiko an der Krankheit zu erkranken. Es kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben.

2. Genotyp N/mut (heterozygoter Träger): Dieses Tier trägt eine Kopie des mutierten Gens. Es hat ein extrem geringes Risiko an der Krankheit zu erkranken, gibt die Mutation aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an seine Nachkommen weiter. Ein solches Tier sollte nur mit einem mutations-freien Tier verpaart werden.

3. Genotyp mut/mut (homozygot betroffen): Dieses Tier trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat ein extrem hohes Risiko an der Erbkrankheit zu erkranken. Es gibt die Mutation zu 100% an seine Nachkommen weiter und sollte nur mit mutations-freien Tieren verpaart werden.


Träger geben die Erbanlage mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weiter. Bei der Verpaarung von zwei Trägern besteht die Gefahr, dass die Nachkommen von der Erkrankung betroffen sind (25%). 


Die Existenz von Trägern in einer gesunden Population erhöht die Variabilität des gesamten Genpools, weshalb diese nicht kategorisch von der Zucht ausgeschlossen werden sollten. Eine Verpaarung sollte jedoch immer nur mit mutations-freien Tieren erfolgen, so dass keine homozygot betroffenen Tiere entstehen können

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© Tanja & Thorsten Heusmann